Qualitativ hochwertige Schlagzeugklänge „aus der Konserve“ sind schon längst nicht mehr das Privileg teurer Studios und unbezahlbarer Sample-Bibliotheken. Nahezu jede Synthesizer-Workstation verfügt heute über über eine zumeist nicht beschei-dene Rhythmus-Sektion, Software-Instrumente wie Battery können quasi unendlich durch nachkaufbare Klänge auf CDs und DVDs aufgefüllt werden. Doch spätestens bei der Live-Umsetzung der Kompositionen stößt dieses Konzept an seine Grenzen, schließlich möchte das Publikum auch sehen, wie der Sound erzeugt wird, und da macht jeder noch so gut klingende Drumcomputer wenig her. Doch wie setzt man ursprünglich elektronische und programmierte Beats mit einem echten Schlagzeug um?
Antworten darauf bietet das Buch „e-Beats am Drumset“ von Oli Rubow. Der pro-fessionelle Drummer arbeitete schon mit „De Phazz“ oder auch den „Fantastischen Vier“ zusammen – und überall dort kommt es auf die Neuerschaffung elektroni-schen Grundmaterials an. Rubow ist sich der Herausforderung, vor der moderne Drummer stehen, bewusst und fängt daher bei den Grundlagen an, erklärt immer wieder auftauchende Fachbegriffe, beschreibt besondere Eigenschaften von Drum-computern und Samplern, stellt Elemente moderner elektronischer Schlagzeuge vor und gibt sogar Einblicke in Tipps und Kniffe legendärer Produzenten.
Soviel lobenswerte Theorie wird praktisch umgesetzt im zweiten Teil des Buches. Der Autor schöpft aus seinem großen Erfahrungsschatz und erklärt zum Beispiel das kreative Präparieren von Trommeln und Becken oder auch die Auswahl des richtigen Stockmaterials für das akustische Schlagzeug im elektronischen Umfeld. Fast noch wichtiger sind die Skizzierungen spezieller Spieltechniken.
Abgerundet wird das Buch mit der richtigen Einbeziehung von Effektgeräten, E-Drums und Computern in das Live-Setup.
Fazit
Endlich ein Buch, das wahrhaft schon immer gefehlt hat. Oli Rubow dürfte hier ein Standardwerk für moderne und lernwillige Schlagzeuger gelungen sein.
(Sechs von sechs Punkten)
Thomas L. Raukamp, beat 07/07